"ruben´s shoes" - Wie alte Schuhe Kindern zu Bildung verhelfen

Im Jahre 2014 trafen sich in Vancouver Lewis Bublé, der Vater des weltbekannten Sängers Michael Bublé, und Carsten Rühl, Lions Club Berlin-Grunewald. Dabei erfuhr unser Lionsfreund die Geschichte des dominikanischen Jungen Ruben und der Kanadierin Kelly. Diese besuchte 2012 zum ersten Mal ihr Patenkind Ruben in der Dominikanischen Republik, um den Jungen, den sie finanziell bereits unterstützte, persönlich zu treffen. Sie war tief beeindruckt von der Warmherzigkeit und Offenheit von Ruben und seiner Familie; allerdings auch erschüttert über die unfassbare Armut der Bevölkerung. Kelly sprach mit den Menschen vor Ort und verstand: Die allermeisten Menschen in dieser Gegend sind so arm, dass sie ihren Kindern nicht einmal Schuhe kaufen können, mit deren Hilfe die Kinder überhaupt den Schulweg zurücklegen könnten. Kindern ohne Schuhe ist der Schulbesuch grundsätzlich verboten.

Kelly ist schockiert: keine Schuhe –> keine Schule –> keine Bildung.

Ein fataler Kreislauf!

Kelly gründete mit ihren Freundinnen die karitative Organisation „Ruben's shoes“. Sie stellt Boxen auf und sammelt darin getragene Kinderschuhe, um sie schon bald persönlich in der Dominikanischen Republik auszuliefern.

Diese Geschichte berührte unseren Lionsfreund vom LC Berlin-Grunewald, Carsten Rühl, nachhaltig, denn als stolzer Vater von vier gesunden Kindern weiß er, wie privilegiert er und seine Kinder sind, hier in Deutschland aufwachsen zu können. Er sichtete daher erst einmal den eigenen Keller: „Bei vier Kindern war unser Keller voll mit getragenen Kinderschuhen.“ Schnell war ihm klar: „Ruben´s shoes“ muss auch in Deutschland aktiv werden. Die Idee von ‚Ruben´s shoes‘ hatte ihn überzeugt und er wollte nicht nur einfach seine getragenen Kinderschuhe spenden, sondern das Thema hier in Deutschland ansprechen und das Problem angehen.

Lionsfreund Rühl und sein Freund Kerner arbeiten nun seit drei Jahren gemeinsam an der Umsetzung des Projekts in Deutschland und gründeten 2017 offiziell „Ruben's shoes Deutschland“. Hinter ihnen steht seitdem ein Team von vielen Helfern, Beratern, Agenturen und auch der Lions Club Berlin-Grunewald, alle helfen ehrenamtlich.

Seit 2018 sind die beiden nun mit dem Sammeln von Kinderschuhen in Deutschland und für die Verschiffung in die Karibik beschäftigt. Um das Projekt bekannter zu machen, stellten sie es im September 2018 bei den Mitgliedern des Lions Club Berlin-Grunewald vor. Sie erhielten im Lions Club viel Zuspruch. Je bekannter ihr Engagement wurde, umso mehr Schuhsendungen erhielten sie. Doch eines Tages war klar: bis sie den Container mit über 10.000 Paar Schuhen gefüllt hätten, benötigten sie ein Übergangs-Lager, und dieses so schnell wie möglich. In einer kurzen Mail in den E-Mail-Verteiler der Mitglieder des Lions Clubs Berlin-Grunewald schilderte Carsten Rühl seine Not und war beeindruckt und sprachlos. „Mein Telefon stand nicht still, nachdem ich meine Bitte um Hilfestellung bei der Findung eines sehr großen kostenlosen Lagers für uns versendet hatte. Uns wurde so schnell geholfen, dafür bin ich meinen Lionsfreunden sehr dankbar“.

Jetzt haben wir das Lager, um die sehr vielen bereits gesammelten Schuhe unterzu- stellen und warten auf den Container, in dem die über 10.000 Schuhe in die Dominikanische Republik versandt werden. Dort wird es dann eine persönliche Übergabe an die Kinder geben, die die Mutterorganisation „Ruben's shoes“ direkt vor Ort sicherstellt. Denn Carsten Rühl und Carsten Kerner wollen absolut sicher sein, dass die benötigten Schuhe auch dort ankommen, wo sie benötigt werden: nämlich bei den Kindern.

Carsten Rühl und sein Freund Kerner unterstützen auch die weiteren Vorhaben, die Kelly vor Ort anstrebt. „Ruben´s shoes“ glaubt fest daran, dass Bildung den Kreislauf der Armut durchbricht. Und Kelly hat eine Partnerschule in Puerto Plata gefunden, die sie mit Geldspenden direkt unterstützt, damit arme Kinder, mit Schuhen ausgestattet, diese besuchen können. Zusätzlich erhalten die Kinder in der privaten Grundschule „Centro Educativo Toribo" eine warme Mahlzeit pro Tag, denn damit gibt es für die Kinder einen weiteren sehr guten Grund, auch wirklich jeden Tag zur Schule zu gehen. Derzeit gehen dort bereits über 200 Schüler zum Unterricht. Zu Beginn waren es lediglich 12 Schüler.

Was für ein unglaublicher Beweis, dass Bildung keine Frage der Herkunft ist, so lange wir Kindern die gleichen Chancen bieten.
Danke an alle, die mitgeholfen haben und künftig mithelfen werden!

Weitere Informationen finden Sie unter www.rubensshoes.de.

Klaus Gehrmann
(PR Beauftragter des Lions Club Berlin-Grunewald)